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Pfingstnovene

Ein geistliches Präludium: die Pfingstnovene (22.-30. Mai 2009)


Gott will gebeten werden. Auch um seinen Segen für die Missionale.

So wie die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten im Gebet versammelt waren, so wollen wir in diesen Tagen der Pfingstnovene Gott um seinen Beistand bitten.
Um den Menschen bei der Missionale von Christus erzählen zu können, muss unsere Vertrautheit mit ihm wachsen. Dazu helfen die Gebetszeiten der Novene, die an vielen Orten stattfinden (Die genauen Zeiten und Orte erfragen Sie bitte in den Gemeinden!). 
 

Freitag, 22. Mai - Der Gottesname: „Ich bin, der ich (für euch da) bin“

Samstag, 23. Mai - „Ich bin das Brot des Lebens“

Sonntag, 24. Mai - „Ich bin das Licht der Welt“

Montag, 25. Mai - „Ich bin die Tür“

Dienstag, 26. Mai - „Ich bin der gute Hirt“

Mittwoch, 27. Mai - „Ich bin die Auferstehung und das Leben“

Donnerstag, 28. Mai - „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“

Freitag, 29. Mai - „Ich bin der wahre Weinstock“

Samstag, 30. Mai - Feierliche Pfingstvigil „Komm, heiliger Geist“ 

 

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Liturgische Eröffnungen:

 

Eröffnung I

V O Gott, komm mir zu Hilfe.
A Herr, eile mir zu helfen
V Ehre sei dem Vater…
A Wie im Anfang…


Eröffnung II

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
A Amen
V Bitten wir den Heiligen Geist
A um den rechten Glauben und dass er uns behüte bis an unser Ende
V Erleuchte uns du ewiges Licht,
A hilf, dass alles, was durch uns geschieht, Gott sei wohlgefällig
V Du wahrer Tröster und wahrer Gott,
A steh uns bei in aller Not und hilf uns, den Nächsten zu lieben und stets zu bleiben in deinem Frieden.
Nach dem Lied: Nun bitten wir den Heiligen Geist


Eröffnung III

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
A Amen
V Atme in mir Heiliger Geist,
A damit ich Heiliges denke.
V Treibe mich, Heiliger Geist,
A damit ich Heiliges tue.
V Locke mich, heiliger Geist,
A damit ich Heiliges liebe.
V Stärke mich Heiliger Geist,
A damit ich Heiliges hüte und nimmer verliere.
Gotteslob Nr.4.6

Eröffnung IV

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
A Amen
V  Komm, Heiliger Geist, komm in unsere Mitte.
A Sei du bei uns.
V Lehre uns , was wir tun sollen.
A Sei du bei uns.
V Weise uns wohin wir gehen sollen.
A Sei du bei uns.
V Zeige uns, was wir wirken müssen, damit wir durch deine Hilfe Gott in allem wohlgefallen.
A Sei du bei uns.
Nach Gotteslob Nr. 28.7

 

Liedauswahl für die Pfingstnovene:

 

Aus: Gotteslob (GL)
Nr. 241-251; 279/ 1+4;  870-873


Aus: Kommt singt (ks)
329 – 337


Sonstige:
Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, Str. 4
Dein Geist weht wo er will
Herr, füll mich neu mit deinem Geiste
Öffne meine Ohren, heiliger Geist 
 (Wenn Himmel und Erde sich berühren, Hrsg. B. Enzener- Probst und A. Felsenstein-Roßberg, Gütersloher Verlagshaus)
Veni Creator Spiritus   (Taizé)



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09 / 1. Abend

Thema:   Ich bin da

 

thematische Lieder: 
GL 261  Den Herren will ich loben
GL 268  Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 270, 2+3+6 Kommt herbei
GL 291  Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 295 / ks 20  Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 298 / ks 27  Herr, unser Herr wie bist du zugegen
GL 300  Solang es Menschen gibt auf Erden
ks 25    Von guten Mächten

 

Lied:   

 

Eröffnung:

 

Begrüßung: 
In diesem Jahr Pfingstnovene auch zur Vorbereitung auf die Düsseldorfer Missionale, die in unserer Stadt von Pfingstmontag bis Fronleichnam stattfindet. Bevor wir auf die Menschen zugehen und uns ihren Fragen zu Christus und Gott stellen, nehmen wir uns in der Novene Zeit, nachzuspüren wer dieser Jesus für uns ist. Es gibt viele dogmatisch richtige Antworten. Aber die Menschen, denen wir begegnen fragen nicht nach Dogmen, sondern nach unserem persönlichen Glauben, nach der Lebenswirksamkeit unserer Gottes- und Christusbeziehung. Grundlage unseres Glaubens ist die Zusage Gottes „Ich bin da“. Leibhaft wird diese Zusage in Jesus Christus. In den „Ich bin“ Worten Jesu im Johannesevangelium wird diese Zusage in vielfältiger Weise und unterschiedlichen Bildern ausgefaltet. Und so führt uns die diesjährige Novene von der Selbstoffenbarung Gottes  zu den Selbstaussagen Jesu und schließlich an Pfingsten zu der Aufforderung Jesu: Wenn ihr mich erfahren habt, dann „Gehet hin in alle Welt und verkündet“
Bitten wir Gottes Geist uns in die Begegnung mit Gottes Wirklichkeit zu führen.

 

Gebet:  

 

Lied:  

 

Lesung:  Ex 3,1-8a. 13-15
Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land heraufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: So sollst du den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt. Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.

 

Betrachtung
Wenn ein kleines Kind nachts wach wird und Angst hat, gibt es nichts Beruhigenderes als die Stimme der Eltern, die sagt „Ich bin da“. Das beinhaltet viel mehr als die bloße Aussage, wo sich die Eltern befinden. Es geht nicht um eine Ortsbeschreibung. In diesem“ ich bin da“ schwingt die Zusage mit: Ich kümmere mich um dich, du brauchst keine Angst zu haben, du bist nicht alleine und verlassen; ich bin da für dich. Wenn wir als Erwachsene uns die gleiche Erfahrung wünschen und unsere gesamte Sehnsucht auf einen Menschen übertragen, so sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Niemand kann für einen anderen Menschen  immer ganz da sein. Diese starke Sehnsucht verweist zu ihrer Erfüllung auf jemand anderen. Auf Gott. Er selbst gibt sich in der Lesung, die wir eben gehört haben, den Namen „ich bin da“ Aber an-ders, als wir vielleicht erwarten oder erhoffen. Mose würde vielleicht nach seiner Erfahrung am Berg Horeb sagen: Gott ist derjenige, der sich zeigt und doch nicht zeigt; ein Gott von dem ich gerade soviel erfahre, um den nächsten Schritt zu wagen. Wir können uns Gott nur annähern wie Mose dem brennenden Dornbusch – eigentlich das Letzte, wo man verweilen kann, eine Unmöglichkeit zu sein. Gott will in den Unmöglichkeiten, den Brüchen, dem Schuldigwerden und –bleiben, dem Leid und Unverständnis sein – in all dem was dornig, stachelig und verletzend ist.

 

Stille

Lied:

Fürbitten:
Dein Name „Ich-bin-da“ gibt uns Trost und Halt. So bitten wir dich voll Vertrauen:
- Manchmal bist Du uns fern und wir spüren deine liebende Nähe nicht. Hilf uns in diesen Stunden und Tagen an dir festzuhalten und schenke uns Menschen, die uns verstehen.
- Erinnere uns jeden Tag aufs Neue daran, wir nahe du uns bist.
- Segne die Menschen, die dich nicht kennen und doch suchen.
- Wir bitten dich für die Schwerkranken und Sterbenden unserer Stadt. Sei ihnen in ihrer Not nahe.
- Begleite deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und schenke ihr immer wieder neu deinen Geist.

Gott unser Vater, nichts und niemand kann uns von deiner Liebe trennen. Dir gehört unser Lob und unser Dank, jetzt und immerdar.

 

Vater unser

 

Segen
 Segne uns Gott, der Du da bist
 beim Anbruch eines neuen Tages
 damit wir offen sind für Dich.
 Segne uns Gott, der du da bist
 in unserer Arbeit, damit unser Tun nicht sinnlos wird.
 Segne uns Gott, der du da bist,
 wenn die Nacht hereinbricht,
 damit wir nicht verloren gehen.
So segne uns der dreieine Gott, der für uns da ist.
  (nach Christa Spilling- Nöker)


Lied   


Texte
Du, Mensch, schau dich in deinem Leben nie so an, als wärst du ferne von Gott. Und wenn du dich nicht so ansehen kannst, dass du nah seiest bei Gott, so fasse doch den Gedanken, dass Gott nahe bei dir ist.
(Meister Eckhart)


Nicht nur an dem Ort, wo du bist, ist Gott, er ist auch ganz besonders in deinem Her-zen und in der Tiefe deiner Seele, er belebt und beseelt dich mit seiner göttlichen Gegenwart, er ist da. (Franz von Sales)

 

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09 / 2. Abend

Thema: Ich bin das Brot des Lebens

thematische Lieder:
GL 300,4 Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 621,3 Str. Ich steh vor dir mit leeren Händen
GL 503 O wunderbare Speise
ks 84  Einer ist unser Leben
ks 96  Brot, das die Hoffnung nährt
ks 121  Das Weizenkorn muss sterben

 

Lied:   

 

Eröffnung

Begrüßung:  

Wer ist dieser Jesus von Nazareth? Prophet, Wunderheiler, Re-volutionär, guter Mensch, Sohn Gottes, Spinner….. Fragen, die Menschen heute, wie zur Zeit Jesu beschäftigen. An den kommenden 7 Abenden steht jeweils eine Selbstaussage Jesu aus dem Johannesevangelium im Mittelpunkt unserer Betrachtung, die ihnen wahrscheinlich bekannten „Ich bin“ Worte Jesu. Heute sagt uns Christus: „Ich bin das Brot“

 

Gebet

 

Lesung   Joh 6,25-35
Als sie ihn am anderen Ufer des fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Betrachtung  

Vorausgegangen war die „wunderbare Brotvermehrung“ am See von Tiberias. Die Menschen waren so begeistert, dass sie Jesus zum König machen wollten. Sie wollten ihn mit allen seinen Fähigkeiten, besonders der, Wunder wirken zu können, ver-einnahmen, damit sie auch in Zukunft satt und frei von Mühen und Sorgen leben könnten.
Jesus aber lenkt ihre Gedanken in eine andere Richtung, ja er wird  sehr direkt, als er ihnen sagt, dass sie sich nicht um die irdische Speise mühen sollen, die verdirbt, sondern um die Speise, die für das ewige Leben bleibt. und die der Menschensohn ihnen geben wird. Jesus sagt mit der Vollmacht seiner Person: „Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ und später heißt es ebenfalls im Johannesevangelium: „Das Brot, das ich euch geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt“. Die Jünger verstehen Jesus nicht:“ das ist doch unmöglich, wie soll das gehen!“
Wir, als im Glauben unterwiesene Christen, die natürlich als nachösterliche Menschen wissen, dass Jesus sein Fleisch und sein Blut am Kreuz für uns dahin gegeben und uns am Abend vor seinem Leiden im verwandelten Brot der heiligen Eucharistie seine bleibende Gegenwart geschenkt hat, haben es da leichter.
Wirklich? -
Die große Spannung zwischen Wissen und Glauben ist hier wie dort. Es geht darum, dass wir uns auf den Weg machen zu Jesus – mit all unserem Lebenshunger und unserem Lebensdurst sollen wir zu ihm kommen; er allein ist es , der uns das Leben geben kann und der es uns in Fülle verspricht. Wir sollen uns zu ihm aufmachen. Und dabei müssen wir wissen: dieses sich-im-Glauben-Aufmachen ist nicht unser Werk, es ist Gottes Werk, es ist Gottes Gnade. Gott zieht uns, er lockt uns zum Glauben! Nur weil wir von Gott gezogen werden, finden wir den Mut, uns auf das Risiko des Glaubens einzulassen und „Ja“ zu sagen. Und dabei sollen wir wissen: Bevor wir aufbrechen, werden wir bereits erwartet.

 

Lied

Fürbitten
dazu Liedruf Veni sancte spiritus

Für die Menschen unserer Stadt, die nach Leben hungern, dass sie Dich,  den Urgrund des Lebens erfahren.

Für die Menschen, denen es am Lebensnotwendigen fehlt.

Für die Menschen die so satt sind, dass sie nur noch Verachtung ausstrahlen.

Für die Menschen, die anderen beistehen, dass sie ihre Grenzen erkennen.

 

Vater unser

Segen:
 Christus sei mit mir, Christus sei vor mir,
 Christus sei hinter mir, Christus sei in mir,
 Christus sei unter mir, Christus sei über mir,
Christus sei mir zur Rechten, Christus sei mir zur Linken.
Ob ich liege, sitze oder stehe,
sei, du, Christus mein Leben und mein Heil.
(Patrick von Irland zugeschrieben, 5.Jhd)

 

Lied:  

 

biblische Texte:
Gen 3,19 Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen
Am 8,11 Hunger nach dem Wort des Herrn, nicht nach dem Brot
Mt 4,4  Der Mensch lebt nicht nur von Brot..
Joh 4,10-14 Samariterin am Jakobsbrunnen
1Kor 10,16f Wir alle haben teil an dem einen  Brot


Text:
Herr Jesus Christus, Du hast gesagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit“ Wir danken dir für diese Verheißung und dieses Geschenk. Wir brauchen dich so notwendig auf dem Weg durch die Zeit, vor allem, wenn wir müde werden und schwach. Sei Du das Brot, das uns aufrichtet und stärkt, das Brot als das Unterpfand eines ewigen Lebens. Als die Menschen hungerten, hast Du aber auch gesagt: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Ihr, die ihr satt werden dürft. Lass uns keinen Hungernden übersehen, keinen, der unser Wort, unser Zuhören, unsere Liebe braucht. Lass uns lieben, wie Du uns geliebt. (Theo Schmidtkonz, SJ)
 

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09 / 3. Abend

Thema:  Ich bin das Licht

thematische Lieder:   
GL 208 O Licht der wunderbaren Nacht
GL 289 Herr, deine Güte ist unbegrenzt
GL 557 Du höchstes Licht
GL 616,2 Ich bin das Licht, ich leucht euch für
GL 643 O Jesu Christe, wahres Licht
ks 10  Unser Leben sei ein Fest
ks 82  Ich bin der Weg
ks 84  Einer ist unser Leben
ks 113  Eine große Stadt ersteht
G. Linßen Lied vom Licht
WJT 2  Light of the world
Taize  Christus
dein Licht  

 

Lied:

Eröffnung:  

 

Begrüßung
Lichter, Sonne, Sterne, Leuchtturmfeuer als Orientierungshilfe auf dem Weg sind uns bekannt; mehr aus Erzählungen als aus eigener Erfahrung – vielleicht noch aus der Erinnerung an eine Pfadfinderzeit, aber wohl kaum als lebensrettende Erfahrung und so verblasst ihre existentielle Bedeutung für uns. Unsere Lichterfahrungen sind eher im romantischen Bereich anzutreffen. Ein schöner Sonnenaufgang oder Untergang, der Sternenhimmel bei Nacht, oder milder Kerzenschein in gemütlicher Runde.
Welche Lichter sind für Sie von Bedeutung geworden, welche sind Ihnen im Gedächtnis geblieben, welche Art Licht genießen Sie?

 

Gebet

Lied:

 

Schriftlesung   Joh 8,12
Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.

 

Betrachtung
Welche Lichter sind für Sie von Bedeutung geworden, welche sind Ihnen im Ge-Ich mag das anheimelnde Dämmerlicht, den Kerzenschein, der harte Konturen glättet und barmherzig Mensch und Umgebung bescheint. Es ist nicht einfach, sich bei hellem Licht, körperlich und seelisch ungeschminkt betrachten zu lassen.  Das klare Licht lässt zurückschrecken, wie viele meiner dunklen Seiten wird es zutage fördern?  Und dann sagt Jesus von sich: „Ich bin das Licht der Welt“ – jedoch nicht jenes Licht, das unbarmherzig Verletzlichkeiten aufzeigt, aber auch kein verwaschenes Licht, in welchem ich bei mir alles beim Alten belassen kann. Wer Jesus nachfolgt, kommt zum Licht -  auf die Gefahr hin, als das, was er ist, beleuchtet zu werden. Ein klares Licht, das Maßstäbe setzt, das nicht zudeckt und verdrängt, sondern das mich auffordert mein in sich selbst verschlossenes Dasein zu verlassen, mich auf den Weg zu machen und meine Augen für das Licht der Welt aufzuschlagen. Jesus ist DER Ori-entierungspunkt, der Maßstab schlechthin, nicht ein Licht, eine Leuchte neben anderen, sondern das Licht das Leben bringt, das mich aus meinen kleinen Finsternissen und der großen Finsternis des Todes herausreißt.

Jesus in die Welt gesandt, um als Licht aufzustrahlen und Erleuchtung zu schaffen. Ungefragt und ungebeten, unabhängig von unserem Glauben oder Nichtglauben, unabhängig von unseren Leistungen strahlt dieses Licht in der Welt.

 

Lied:   

Fürbitten:
Gott, lass uns dein Licht bringen, wo es dunkel ist.
Lass uns dein Licht bringen, wo jemand die Orientierung verloren hat.
Lass uns dein Licht bringen, wo der Tod der Liebe erlebt wird.
Lass uns dein Licht bringen, wo der Weg verbaut ist.
Lass uns dein Licht bringen, wo die Richtung nicht mehr stimmt.
Lass uns dein Licht bringen, wo das Licht der Hoffnung erloschen ist.
(Gebet der Pfadfinder zur Aktion Friedenslicht)

 

Vater unser

Segen

Herr, lass dein Licht in uns leuchten.
Lass unsere Angst verwandelt werden in Gelassenheit.
Schlage um uns den Mantel deiner Gnade und Barmherzigkeit.
Trage uns in Geduld, die wir schwach sind, und richte uns auf.
So segne und bewahre uns Gott, der Vater…..

 

Lied:


biblische Texte:
Psalm 27,1  Herr ist mein Licht...
Ps 36,10  In deinem Licht sehen wir
Psalm 119,105 Eine Leuchte für meinen Fuß
Jes 42,6  Ich mache dich zum Licht der Nationen
Jes 60,1f  Auf, werde Licht
Jes 60,20  Der Herr wird dir zum ewigen Licht sein
Mt 5,14-16  Ihr seid das Licht der Welt
Joh 1,9  Das Wort war das wahrhaftige Licht
Joh 9,4-5  ich bin das Licht der Welt
Joh 12,35f  Licht ist noch kurze Zeit bei euch
Joh 12,46  wer glaubt ist nicht in Finsternis 


Texte:
Gott rettet
 damals
als der lärmende Tag verstummte
als Nacht sich breitete
über Armut und Macht
Einsamkeit und Weh
 damals
als Kind
in den Armen der Mutter geboren
das Atmen übte
den Rhythmus des Lebens lernte
mit dem ersten Schrei
Nähe suchte und Nahrung
 damals
kam Licht
in die Welt und
Halt für alle
die Grund und Ziel verloren:
Jesus – Gott rettet
(Aus: E.Beck/G.Miller, Frauen und Gott, Düsseldorf 1992)

 

König des Lichtes und der Sonne,
du allein kennst den Grund unseres Lebens,
sei mit uns, jeden Tag,
sei mit uns, jede Nacht
sei mit uns jede Nacht und jeden Tag,
sei mit uns jeden Tag und jede Nacht.
Irischer Segensspruch


Gott ist nicht tot.
Das Licht ist nicht tot.
Gott ist nicht tot.
Die Hoffnung
ist nicht unbegründet.
Jesus ist nicht ein leerer,
toter, vergangener Name,
nicht nur der Gekommene,
sondern der Kommende,
das Licht der Welt,
die im Dunkeln liegt,
das Licht auf dem Wege,
das Licht der Heimat,
auf die wir zugehen.
(Helmut Gollwitzer)


Reden von Jesus
In einer Predigt hört’ ich sagen:
Jesus war ein Freund der Sünder,
der Armen, der Gescheiterten.
Er heilte die Kranken, er war
das Licht der Welt…
Er war, er war, er war –
ist er es denn nicht mehr?
So in Vergangenheit von ihm zu reden,
wenn auch rühmend –
heißt ihn für tot erklären,
heißt leugnen, dass er auferstand
und dass er lebt und dass er ist
das Licht der Welt. Und mehr:
Er, der war und ist,
er wird auch sein –
ich hoffe, darauf hoff’ ich nicht allein.
(Lothar Zenetti)


Christus, du hast gesagt:
„Ihr seid das Licht der Welt.
Man setzt ein Licht nicht unter einen Kessel,
sondern auf einen Leuchter, damit man es sieht“.
Aber wir haben Mühe,
in unsere eigene Kammer Licht zu bringen,
und in uns selbst ist viel Dunkelheit.
Du bist das Feuer.
Du bist das Licht und die Wahrheit.
In dir sehen wir unseren Auftrag.
Lass uns in dir mitbrennen,
dass wir von deiner Liebe zehren
und deinen Frieden leuchten lassen
bis zum letzten, fernsten Menschen.
Niemand von uns kann das allein.
Aber wir alle, wenn wir in dir leben,
sind das Licht der Welt.
(Jörg Zink)  

 


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09 / 4. Abend

Thema: Ich bin die Tür

 

thematische Lieder:  
GL 107 Macht hoch die Tür
GL 118 Hebet, Tore, eure Häupter
GL 119 Hebt euch, ihr Tore,
GL 644,4 Tu der Völker Türen auf
  Ihr Mächtigen, ich will nicht singen
     

Lied:   

Eröffnung:  

Begrüßung und Einleitung:
Das Thema des Abends: „Ich bin die Tür“ ruft die Verbindung zum Motto der bald stattfinden Missionale in Düsseldorf „Öffnet die Türen für Christus“ wach. Ganz schönes Durcheinander; was stimmt – ist Christus selber die Tür, oder steht er vor der Tür und wartet darauf, dass ihm aufgetan wird; wenn er selbst die Türe ist, ist es dann nicht vermessen zu sagen „Öffnet die Tür für ihn“ kann man das überhaupt so klar auseinander ziehen in ein entweder –oder? Oder stimmt vielmehr beides: Christus ist DIE Tür zum Leben, die wir immer auch offen halten sollen für die Menschen unserer Stadt.

 

Gebet

Lied

Schriftlesung   Joh, 10,7-10
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich  hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

Betrachtung
Der eben vorgelesene Text bringt wieder eine Selbstaussage Jesu. Er stellt sich uns vor im Bildwort der Tür. Eine Tür schafft Verbindung, ermöglicht Beziehung. Sie durchbricht die Wand, um Einlass zu gewähren und Ausgang zu ermöglichen.  „Ich bin die Tür, wer durch mich ein- und ausgeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“
In letzter Konsequenz ist Christus die Tür, das Tor zum Leben. Sein Kreuz öffnet die Mauer des Todes und eröffnet uns eine Perspektive des Lebens. Seitdem Jesus die Mauer durchbrochen hat, ist uns ein Weg eröffnet. Das Evangelium endet mit den Worten: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Darum geht es Jesus mit seiner Verkündigung, darauf läuft alles hinaus. Um unser Leben geht es. Wir sollen es gut haben. In einem ganz umfassenden Sinn. Leben in Fülle für uns., das ist das Ziel Jesu. Das macht ihn so einzigartig. Das hebt ihn von allen anderen ab, die nur kommen, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Jesus ist der gute Hirt, wie wir in der morgigen Novene zugesagt bekommen. Und er ist Hirte, indem er uns eine Tür öffnet, ja selber die Tür des Lebens wird.

 

Stille

Lied

Fürbitten
Den Herrn, der uns immer wieder lockt und zum Leben ruft, bitten wir um sein Erbarmen:

- für alle christlichen Gemeinden:
schenke ihnen deinen Geist, damit sie zur Einheit der Kirche zusammenfinden.
- für alle Christinnen und Christen Düsseldorfs:
lass sie im Glauben wachsen und dich durch ihr Leben bezeugen.
- für alle, die nach Orientierung in ihrem Leben suchen:
dass sie Menschen finden, die sie begleiten.
- für die Entscheidungsträger unserer Gesellschaft:
rüttle sie auf, damit sie angesichts der vielfältigen Nöte zum Wohl aller handeln.
- für uns selbst:
schenke uns die Gabe der Unterscheidung, damit wir deinem Ruf folgen können.
- für unsere Verstorbenen:
vollende ihr Leben in deiner Fülle.

Du Herr, bist in die Welt gekommen, damit alle Menschen das Leben haben und es in Fülle haben. Dir sei Lobpreis und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.


Vater unser

Segen
Der lebendige Gott,
der unser liebender und gütiger Vater ist,
segne und behüte uns.
Jesus Christus, der unsere Tür zum Leben ist,
begleite uns auf unseren Wegen.
Der Heilige Geist, der in uns wohnt,
bleibe in uns und stärke unseren Glauben.
Es segne uns der Dreieinige Gott, unser Gott.
(nach Ruth Bär)

 

Lied


biblische Texte:
Genesis 28,17
Jesaja 45,1-2
Jesaja 60,11
Offenbarung 3,8a

 

Texte:
Ich darf nicht die Tür sein,
durch die der Nächste geht,
darf ihn nicht zu mir rufen,
ihn verpflichten,
meine Wege zu gehen,
meine Zugänge zu den seinen zu machen,
von meinen Schlüsseln abhängig zu sein.
Wenn meine Türe Christus ist,
kommt es darauf an,
einem jeden Bruder zu helfen,
dass er,  den Weg zum Vater findet,
auf dem er selbst bleibt.
(Dom Helder Camara)

 

Die Grenze des Menschen ist stets das Einbruchstor Gottes
(Gertrud von le Fort)

 

DIE TÜR
Mit einem lauten Schlag fällt die Tür ins Schloss, und atemlos stehe ich davor, rüttele am Griff, versuche das Schloss aufzubrechen, hämmere in hilfloser Wut auf die Tür ein. Sie bleibt verschlossen.
In nicht wenigen Träumen spielt die Tür eine wichtige Rolle. Sie kann Eingang und Ausgang sein, ermöglicht den Zugang ebenso wie die Flucht
Die Tür steht für Durchlässigkeit, nicht nur in einer Richtung. Sie ist ein Symbol des Übergangs ebenso wie des Durchgangs, der Veränderung und wie des Durchbruchs. Aber sie kann auch das Warten anzeigen, das Stehen und Verharren auf der Schwelle. Und das alles nicht nur in der Worte direkter oder ursprünglicher Bedeutung, sondern auch im Sinnbild: Die Tür ist Symbol für den Übergang, den der Mensch schafft - oder nicht schafft - von einer Phase zur nächsten; sie kann die Überwindung der Krise der Lebensmitte anzeigen. Die Tür steht nicht selten für einen inneren Durchbruch, den der Mensch gesucht und gefunden hat; sie signalisiert ihm, was er nur ahnt oder hofft Die offene Tür kann einladen zu einer Veränderung, Umorientierung oder neuen Perspektive, die sich bietet Die verschlossene Tür kann stehen für das Warten-Müssen, für die innere Blockade oder für äußere Hemmnisse der Reifung.
Nicht selten ist die Tür zweideutig, ein Bild, das sich nicht auf Anhieb erklären lässt. Es ist die Ambivalenz des Geheimnisses: Ahnung und Nichtswissen, Bemühen, das in Erfolg oder Scheitern führen kann. Die Tür kann einladen, und kann ebenso sagen:
"Kein Zutritt" ......

Der Mensch erlebt nicht nur die Tür in ihrer doppelten Funktion als Zulaß und Hindernis, er selbst erkennt sich wieder in der Tür, und diese Erfahrung ist ebenfalls ambivalent: Wir Menschen können verbinden, Zugang schaffen, durchlässig sein und Brücken bauen; wir können eine Vermittlerfunktion wahrnehmen, können zur Kommunikation beitragen und zum besseren gegenseitigen Verständnis helfen. Aber wir können auch verhindern, abblocken, verbergen und verstecken, Kommunikation stören, erschweren oder unmöglich machen; wir können ausschließen und exkommunizieren, können den anderen die Tür vor der Nase ins Schloss werfen.
Jesus hat sich für die offene Tür entschieden. In seiner Bildrede vom Hirten und von den Schafen sagt er:
''ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden,' er wird ein- und ausgehen und Weide finden. ({ (Joh 70.9)
Der erste Schritt zur Offenheit besteht darin, sich selbst zu öffnen und bereit zu sein zu empfangen.
"Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. 11 (Offb 3,20
(Basilius Doppelfeld OSB in "Symbole I Bilder des Menschen - Münsterschwarzacher Kleinschriften Nr. 69, S 27 ff. )


Zum Leben befreit

Die Botschaft
gilt dir
und mir
und uns

Leben
Lebendigkeit
Leben in Fülle
Befreiung
Erlösung

wir sind
eingeladen
zum Leben

zum Leben in Fülle

du
ich
wir
(Andrea Schwarz)

 

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09 / 5. Abend

Thema: Ich bin der gute Hirte

thematische Lieder: 
GL 638, 4  Du guter Hirt, Herr Jesus Christ
GL 640 / ks 72 Gott ruft sein Volk zusammen
GL 644 / ks71 Sonne der Gerechtigkeit
GL 883 / ks28 Mein Hirt ist Gott der Herr
ks 68   Nun singe Lob
J Seuffert  Der Herr ist mein Hirt (Liedruf)


Lied:   

Eröffnung 
 
Begrüßung und Einleitung:
Im alten Orient galt der König als Hirte seines Volkes. Seine Aufgabe war es, die Menschen seines Reiches zu hüten und zu schützen. Israel hat das Bild vom Hirten auf seinen Gott übertragen (z.B. Ps 79 „Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt) und sich selbst als Herde Gottes verstanden. Jesus knüpft mit dem Bildwort des heutigen Abends. „ich bin der gute Hirte“ an die religiöse Tradition Israels an.

 

Gebet

Lied

Schriftlesung Joh 10, 11-18
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andre Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

 

Betrachtung
An dem Hirten liegt es, ob die Schafe eine gute Weide finden. Er trägt die Verantwortung dafür, dass ihm keines seiner Schafe verloren geht; er hat die Schafe vor allen Gefahren zu schützen, auch vor dem Wolf.. „Der gute Hirte gibt sein Leben für seine Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn der Wolf kommt…“ Im Gegensatz zum bezahlten Knecht liegt Jesus sehr viel an den Schafen – weil er sie liebt. Er spricht von ihnen als den Seinen, die er kennt und die ihn kennen. Es geht hier nicht um ein theoretisches Wissen und Kennen sondern um ein liebendes Umeinander-Wissen. Jesus spricht von Beziehung. „ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne“ -  Christus will Beziehung zu mir, er liebt mich und holt mich hinein in die Gemeinschaft mit Gott, eine Gemeinschaft, die im Leben und im Tod bleibt. Wir sind so sehr von Jesus geliebt, dass er sein Le-ben für uns hingegeben hat am Kreuz, damit wir durch seinen Tod das wahre Leben erhalten.

 

Stille

Psalm 23 im Wechsel V/A GL 718

 

Lied

Vater unser

Segen
Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unseren Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat(…) der mache uns tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
(Hebr 13,20f)

Lied:


bibl. Texte
Jes 40,11 Wie ein Hirte führt er…
Ez 34,11-22 Der gute Hirte
Ez 34,23 Ich setzte für sie einen guten Hirten ein…
1 Patr 2,25 heimgekehrt zum Hirten

 

Text
Du wachst als Hirte
über deine Schöpfung.
Alles Lebendige ist in deiner Hut,
uns alle kennst und bewahrst du,
wo wir auch gehen oder stehen.
Wir bitten dich,
so möge es bleiben,
niemals soll uns irgendetwas mangeln,
und eintreten lass uns
in deine Ruhe und in deinen Frieden
heute und an jedem Tag
unseres Lebens.
(Huub Oosterhuis)


Das verlorene Schaf

Ein Schaf entdeckte ein Loch im Zaun,
schlüpfte hinaus,
und fand sich hochzufrieden in Freiheit.
Es lief hierhin und dorthin und verlor
schließlich den Weg zurück nach Hause.
Da bemerkte es, dass ihm ein hungriger Wolf
dicht auf den Fersen war.
So wie es seinen Lauf beschleunigte,
lief auch der Wolf schneller,
bis endlich die Hirten kamen,
um es vor dem Raubtier zu retten.
Sie nahmen das Schaf in die Arme,
streichelten es und brachten es nach Hause.
Allen guten Ratschlägen der Freunde,
die alles beobachtet hatten, zum Trotz,
weigerte sich der Hirte,
den Zaun zu reparieren.
Denn er sagte:
„Ich muss ihm seine Freiheit sichern!“.
(Anthony de Mello)

 

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09 / 6. Abend

Thema: Ich bin die Auferstehung und das Leben


thematische Lieder:
GL 213ff Lieder zur Osterzeit
GL 862ff Lieder zur Osterzeit
ks 37  Erde singe
ks 82  Ich bin der Weg
ks 84  Einer ist unser Leben
ks 153  Manchmal feiern wir mitten im Tag
  Ich steh vor dir mit leeren Händen

 

Lied:   

Eröffnung  

Begrüßung und Einleitung:
Der Geist führt uns in die Wahrheit ein. Jeden Tag enthüllt sich uns ein Stück mehr die Wahrheit von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Die Bildworte vom Brot, vom Licht, von der Tür und vom guten Hirten werden heute weitergeführt und radikalisiert. Jesus offenbart sich uns als die Auferstehung und das Leben. Jesus und Leben, das wird im Johannesevangelium zu einer Gleichung.

 

Gebet

Lied

Schriftlesung:   Joh 11, 17-27
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta ant-wortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Betrachtung:
Jesus behauptet nicht nur das Leben nach dem Tod, sondern das Leben im Leben und im Tod. Und dieses nicht kaputt zu kriegende Leben macht er an sich fest, am Glauben an seine Person. Jesus und Leben, das ist dasselbe. Jesus definiert sich geradezu als das Leben: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ An ihn glauben, mit ihm verbunden sein, das heißt, im Leben zu stehen. Mitten im Leben. So im Leben, dass kein Tod mehr Macht hat. Und das auch dann, wenn uns die Augen hier zugedrückt werden.  Mit anderen Worten: Jesus sagt: „Die Auferstehung passiert nicht irgendwann und irgendwo, sondern hier und jetzt, und zwar durch mich. Wo immer ein Mensch meine Sendung erkennt, wo immer sich einer im Glauben an mich bindet, geht er vom Tod ins Leben über. Er wird aufgenommen in die Lebensgemeinschaft, in der ich mit meinem Vater und mit allen meinen Jüngern stehe. An das Leben dieser Gemeinschaft rührt kein biologischer Tod. Wer im Glauben mit mir eins geworden ist, der ist es und bleibt es im Leben und im Sterben. – So ist das ewige Leben, nachdem sich alle sehnen, keine jenseitige Größe, sondern eine Beziehung, die hier auf Erden in jedem Augenblick beginnen kann, um in alle Ewigkeit  fortzu-bestehen.“
Diese Gedanken sind für viele von uns ungewohnt und neu: Auferstehung als etwas, das hier und jetzt schon anfängt. Aber das bringt Leben ins Leben!

 

Lied

 

Fürbitten
Gott unser Vater, du führst uns von der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben. Im Vertrauen auf deine heilschaffende Kraft tragen wir dir unsere Bitten vor:

- Du willst die Menschen durch die Auferstehung deines Sohnes von der Angst des Todes befreien. Gib, dass die Verkünder und Verkünderinnen deines Wortes zu Zeugen des Lebens werden.
- Du hast uns durch die Taufe Anteil an der Auferstehung deines Sohnes gegeben. Stärke uns, in diesem Glauben zu leben und die engen Grenzen auszuweiten, in denen wir uns selbst und andere gefangen halten.
- Schaffe Leben in uns, damit wir den Tod nicht fürchten.
- Hilf der Christenheit, zur Kultur des Lebens in der Welt beizutragen.
- Dein Sohn ist durch seinen Tod und seine Auferstehung zum Retter für alle Menschen geworden. Lass besonders jene, die in Einsamkeit oder Verbitterung gestorben sind, durch ihn zum ewigen Leben kommen.

Ja, Herr, wir glauben, dass keine Macht dieser Welt den Sieg des Lebens über den Tod noch aufhalten kann. Dafür loben und preisen wir dich, jetzt und in Ewigkeit. Amen.
(außer Nr. 3, aus: Schüttet euer Herz vor ihm aus; Hrsg:Werner Groß, Schwabenverlag)

 

Vater unser

Segen
Gott fülle die unstillbare Sehnsucht aus, die in unseren Herzen ist. Gott gebe uns den Mut zum Träumen und die Kraft, jeden Tag neu den Aufbruch zu wagen. Gott gehe uns voran und sei uns Schutz. Gott schenke uns ein Leben in seiner Fülle, damit wir einst das Lied seiner Erlösten singen können.
(nach Andrea Schwarz)

 

Lied

biblische Texte:
Ps 36,10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens
Jes 25,8 Er beseitigt den Tod für immer
1 Kor 15 Auferweckung Jesu und das Heil
1 Joh 5,11f Zeugnis besteht darin, dass Gott das ewige Leben gegeben hat

 

Text:
Auferstehung
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvoller Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
(Marie Luise Kaschnitz)

 


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09 / 7. Abend

Thema:  Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben

thematische Lieder:
GL 268 Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 462 Zu dir, o Gott,
GL 885 Zu Gott erheb ich meine Seel
ks 62  Zeige uns den Weg
ks 81  Kennst du das alte Lied
ks 82  Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
ks 84  Einer ist unser Leben

 

Lied:   

Eröffnung  

Begrüßung und Einleitung:
Es gibt bequeme und unbequeme Wege…., Wir kommen nicht umhin, uns fortzubewegen, wir sind unterwegs von der Geburt bis zum Tode. Meist bewegen wir uns auf gewohnten Bahnen, nur ab und an suchen wir nach einem Weg, (nach Umzug, im Urlaub, auf Spaziergängen..), nach dem Ziel. In unserem Leben will Christus der Weg sein,  dem wir folgen können.

 

Gebet

Lied

Schriftlesung:  Joh 14,1-7
Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

 

Betrachtung: 
In dem heutigen Evangelientext sagt Christus von sich: „ Ich bin DER Weg“. Wer auf mich vertraut, an mich glaubt,  setzt zugleich auf den rettenden Gott Israels. Jesus ist der Weg, der zu Gott führt und auf dem Gott gleichzeitig schon gegenwärtig ist. Seit Jesu Leiden wissen wir, dass unser Gott ein mitgehender Gott ist bis in alle Dunkelheiten hinein. Jesus ist der Zugang zum Vater und er ist die Antwort nach Gestaltung und Ziel unseres Lebensweges – nicht als Lehre verstanden, die wir befolgen müs-sen, sondern der Weg ist eine Person, der wir nachfolgen sollen.

 

Stille

Lied

 

Psalm 1 (GL 708) oder Psalm 18 (GL 712) im Wechsel

 

Vater unser

Segen:

 Es segne uns Gott, der Vater,
  er sei der Raum in dem wir leben.
  Es segne uns Jesus Christus, der Sohn,
  er sei der Weg, auf dem wir gehen.
  Es  segne uns Gott, der Heilige Geist,
  er sei das Licht, das uns zur Wahrheit führt.

 

Lied


bibl. Texte:
Ex 23,20 Ich werde einen Engel schicken…auf dem Weg schützen
Ps 25,4 Ihr sollt nur auf dem Weg gehen
Ps 40,3 Er stellt meine Füße auf den Fels
Ps 86,11 Weise mir, Herr, deinen Weg
Jes26,7  Der Weg des Gerechten ist gerade
Mt 9,6; Lk 5,24 

 

Texte:
Herr, Du hast gesagt, Ich bin der Weg – doch heißt dies nicht, dass wir niemals verirrt sind.
Du hast gesagt, Ich bin die Wahrheit – doch das heißt nicht, dass wir alle Antworten besitzen.
Und: Ich bin das Leben – was nicht heißt, dass wir nie sterben werden.
Lehre mich, Dich hier auf Erden zu erkennen:
als den Weg unter verschlungenen Pfaden;
als die Wahrheit in unklärbaren Geheimnissen;
als das Leben im Angesicht von Leiden und Tod.
Ich danke dir, Herr, dass Du uns keine Methode für unser Leben anbietest und sagst: DIES ist der Weg.
Ich danke Dir, dass Du uns keine starren Formeln überlieferst und sagst: DIES ist die Wahrheit.
Ich danke Dir, dass Du uns nicht von unserem Menschsein befreist und sagst: DIES ist das Leben.
Ich danke Dir, Herr, dass Du sagst, ICH BIN, und so Dich selbst uns gibst.
(Elisabeth Elliott, aus: Sei du mit mir – Frauengebete, eine Auswahl von Lisa Sergio, Frankfurt 1985)

Können Sie mir sagen, wo ich hin will ?(Karl Valentin)

 

Ich wünsche Dir …
Ich wünsche Dir Kraft auf
Deinem Weg, 
Kraft aus der Höhe und
Kraft aus der Tiefe. 
Damit Du Deine Berufung
spürst 
und Deinen Schritten
traust. 
 
Ich wünsche Dir Mut auf
Deinem Weg, 
Mut zum Hören und
Stillwerden, 
damit Du Dir treu bist, 
wenn Du sprichst und 
wenn Du handelst. 
 
Ich wünsche Dir Freundschaft
auf Deinem Weg. 
 
Gott schenke sie Dir in der 
Nähe zu Menschen. 
 
Gott halte dich in seiner
schützenden Hand. 
  (Verfasser unbekannt)

 

Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit. (Mahatma Gandhi)


Um die Wahrheit zu erfahren, muss man den Menschen widersprechen. (G.B.Shaw)

 

Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selber. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom Handeln gegen die Überzeugung. (Novalis)


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09 / 8. Abend

Thema:  Ich bin der wahre Weinstock

thematische Lieder:   
GL 634 Dank, sei dir Vater
GL 640 Gott ruft sein Volk zusammen
GL 911 Alles ist unser
GL 945,5 O Herz, daraus uns überfließt
  Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen


Lied:

Eröffnung

Begrüßung und Einleitung

Gebet

Lied

Schriftlesung   Joh 15,1-8
Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch ge-sagt habe.  Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

 

Betrachtung

Stille

L ied

Fürbitten

Gott, du wirst nicht müde, um uns zu werben. So bitten wir dich:

- Wer nicht in Christus bleibt, bringt keine Frucht. Lass uns wachsen in der Verbindung mit Christus und so Frucht bringen für die Menschen unserer Stadt.
- In unserem Alltag wirken wir schöpferisch mit an der Gestaltung der Welt. Wir leiden aber auch an dem Unfertigen und unseren Fehlern
- Stärke unsere Gemeinden und Gemeinschaften durch das Wort, das Christus uns zugesagt hat.
- Hilf der Kirche neue Wege zu wagen, dort wo dein Wort nicht mehr wahrgenommen wird.
- Den Verstorbenen schenke die bleibende Gemeinschaft mit dir.

Gott du bleibst mit uns verbunden. Dafür danken wir dir und preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

 

Vater unser

Segen
Vater, segne uns – deine Gemeinde – in dieser Stadt.
Lasse uns in dir unseren himmlischen Vater erkennen, von dem wir alles erwarten können, um getrost unseren gemeinsamen Weg zu gehen. Mach uns würdig, diesen Weg als deine Zeugen und dir zur Ehre zu vollenden. Deinen Segen lege auf unser Tun und Lassen, deine Wahrheit führe uns, und deine Gnade bewahre uns vor uns selbst. Lasse durch uns deine Liebe und Güte sichtbar werden für die Menschen um uns, dass sie dein Heil erkennen. (Gemeindesegen aus Schottland)

 

Lied

 

biblische Texte
Psalm 80  (GL 735)
Jes 5,1-13 Weinberglied
Gal  Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld,…
Röm 7,4 Gott Frucht bringen
Röm 8,29 Gott hat uns bestimmt zur Gemeinschaft
Eph 5,11 nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen
Kol 1,10 sollt Frucht bringen


Text
Gott unser Vater
wir danken dir
dass wir an Christus
hängen dürfen
der uns in
zuvorkommender liebe
hervorgebracht hat
und trägt

wir danken dir
dass du uns pflegst
damit wir frucht tragen
die dir recht ist

und bitten dich
nähre uns auch heute
aus der kraft
des weinstocks
aus dem wort
des lebens
dass wir ihm treu bleiben
nähre uns aus seiner fülle
und nimm unsere eitelkeiten
von uns fort
damit wir frucht tragen
zu deinem lob
(aus: Johannes Winkel, Die Ich-bin-Worte Jesu; Vandenhoeck)


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09 / 9. Abend

feierliche Vigil


Lied:

Eröffn ung

 

Begrüßung

Hymnus:  Komm, Heiliger Geist, der Leben schafft

 

1. Lesung:  Ez 37,1-14

Antwortgesang: Komm, o Geist der Heiligkeit

 

2. Lesung:  Röm 8,22-27

Halleluja

 

Evangelium: Joh 7,37-39

 

Betrachtung:
Unser Evangelium berichtet von einer großen Einladung. Am letzten Tag des jüdischen Laubhüttenfestes stellt sich Jesus hin und ruft: „Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt.“
Es geht um mehr als einen Krug Wasser oder um ein Glas Bier. Mein Durst ist größer. Ich habe Durst nach Anerkennung, nach Gerechtigkeit, Durst nach Frieden, nach Liebe, nach Freundschaft. Ich habe so viel ungestillte Sehnsucht, dass ich kaum glauben mag, dass einer diesen Durst löschen kann. Manchmal komme ich mir vor wie ein Fass ohne Boden. Ganz gleich, was hineingeschüttet wird, es wird nie voll.
Aber Jesus lässt sich davon nicht beeindrucken. Er zitiert die Heilige Schrift und bezieht sie auf sich: „Aus meinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.“ Ströme, nicht irgendein Rinnsal! Stellen Sie sich an den Rhein! Dann wissen Sie, was ein Strom ist. Den trinkt keiner leer. Jesus hat Wasser für alle, lebendiges Wasser. Jesus offenbart sich als Quelle lebendigen Wassers.
Das Evangelium gibt uns einen Hinweis, wie Jesus uns dieses lebendige Wasser erschließt. „Damit meint er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben, denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“
Jesus will uns sein Leben im Geist mitteilen. Der Geist ist seine eigentliche Gabe, die Art und Weise, wie er selbst, wie sein Leben unter den Menschen gegenwärtig ist.
„Der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war,“ heißt es bei Johannes. Jetzt ist Jesus erhöht und beim Vater verherrlicht. Aufgenommen in den Himmel sitzt er zur Rechten des Vaters. Der verherrlichte Jesus hat am Morgen des Pfingsttages den Jüngern seinen Geist geschenkt – in Feuer und Sturmesbrausen. Er löst das Wort Jesu ein: „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!“
Seitdem haben Menschen immer und immer wieder erfahren, dass der Geist Gottes sie umtreibt und bewegt.

Woran man das merkt?
- Wenn Menschen müde sind - und dennoch andere aufmuntern
- wenn Menschen sich verlassen fühlen – und doch andere zum Lächeln bringen,
- wenn sie selber voller Fragen stecken – und sich Rat-Suchenden doch nicht verweigern,
- wenn Menschen gehetzt sind – und doch andere nicht mit Ausreden abwimmeln,
- wenn sie Schmerzen haben – und doch anderen gegenüber Geduld aufbringen,
- wenn Menschen belastet sind – und doch anderen tragen helfen,
- wenn sie vieles entbehren – und doch anderen nicht missgönnen,
- wenn sie sich ausgebrannt vorkommen – und doch anderen helfen Sinn zu finden,
- wenn Menschen betend selber ohne Antwort bleiben – und doch anderen den Glauben erlebbar machen.

An diesem Abend beten wir miteinander um die Erfahrung des Heiligen Geistes, dass er unser Leben erfüllt, unseren Durst stillt und uns in die Freude führt.

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen aller, die auf dich hoffen.


Stille

                                                                                             .

Fürbitten

Einmütig verharren wir im Gebet wie Maria mit den Jüngern und Jüngerinnen Jesu vor Pfingsten. Wir rufen zum auferstanden Herrn, der die Herabkunft des Heiligen Geistes verheißen hat:

- Sende den Geist der Wahrheit, damit die Kirche dein Evangelium gelegen oder ungelegen verkündet.
(Herr, sende deinen Geist)
- Sende den Geist der Eintracht, damit in der gespaltenen Christenheit die Einheit in der Vielfalt wächst.
- Sende den Geist der Liebe, damit die Menschen in Not und Bedrängnis einander beistehen.
- Sende den Geist des Friedens, damit die Menschen in den Krisengebieten der Erde Schritte zur Versöhnung tun.
- Sende den Geist der Freiheit, damit die Menschenwürde überall auf der Welt geachtet und geschützt wird.

Gott, unser Vater, dein Geist erfüllt den Erdkreis und gibt allem Bestand. In seiner Kraft singen wir dein Lob und preisen dich als Freund des Lebens heute und in alle Ewigkeit. Amen.
(aus: Schüttet euer Herz vor ihm aus; Hrsg:Werner Groß, Schwabenverlag)

 

Vater unser

                                                                                             .

Te Deum   Großer Gott, wir loben dich 

                                                                                            .

Oration

                                                                                            .  

Segenswort   Gott, der uns Menschen mit einem Herzen schuf und will, dass wir als Brüder und Schwestern leben, entzünde in uns die Liebe zu allen Menschen. Er erneuere unser Leben und stärke unseren Willen zum Guten aus der Kraft des Heiligen Geistes.
Er gieße über uns aus
den Geist der Weisheit und der Einsicht,
den Geist des Rates, der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
Dies gewähre der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

 

(ggf. Einladung zur anschließenden Begegnung)

 

Lied:    Der Geist des Herrn erfüllt das All



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